5. Spieltag, Stadtliga C Herren, 28.09.2014

Wieder keine 3 Punkte – aber Aufwärtstrend klar erkennbar

Nach einer Saison unfreiwilliger Pause im Spielbetrieb der Männermannschaft des VfB 90 Dresden ist man seit dem Frühjahr wieder dabei eine schlagkräftige Truppe um Trainer Heiko Vogel aufzubauen.Aber schon die Saisonvorbereitungsphase gestaltete sich als ein sehr schwieriges Unterfangen. Konnten doch einige der vielen Neuzugänge und Rückkehrer erst nach ihrem Sommerurlaub zum VfB stoßen. So war es vorauszusehen das der Saisonstart alles andere als optimal verlaufen würde. Nach dem Aus im Pokal beim SV Eintracht Strehlen (0:4) setzte es am 1. Spieltag eine herbe 2:6 Schlappe bei Loschwitz 2. Auch am 3. Spieltag setzt es eine Niederlage bei Weißig 2. Dort wurde man aber lediglich durch einen Elfmeter in der 2. Minute bezwungen.

Im „Nachholer“ vom 2. Spieltag traf man am letzten Sonntag zu Hause auf den Spitzenreiter SG Motor Trachenberge-Dresden 2. In einem hart umkämpften Spiel (1x Rot für die Gäste) kam man verdient zu einem 0:0 und dem ersten Saisonpunkt.Der Aufwärtstrend sollte sich nun am 5. Spieltag beim Tabellenzweiten, der SG Gittersee, fortsetzen. Angesagt war ein Fight auf dem Hartplatz. Der sich aber im Nachhinein als sehr gut bespielbar erwies. Bei bestem Sonnenschein startete die Partie mit Drang zum Tor auf beiden Seiten. Die Leutewitzer versuchten mit Pressing den Gegner zu Fehlpässen und weiten Schlägen zu zwingen. Dies gelang im Laufe der Partie immer besser. In der Zentrale riss Nico Talke die Regie an sich, abgesichert von Mike Becker und der Unterstützung der Flügelflitzer Holger Müller und Sebastian Becker. Immer wieder wurde versucht die 2 Spitzen Christopher Riese und Andreas Kramer in Szene zu setzen. Die Abwehr der VfB`ler um Christian Scheffler und Abräumer Felix Augustin gingen kompromisslos zu Werke und die Außen-verteidiger Johann Dost und Sven Greif schalteten sich auch immer wieder mit in Offensiv-aktionen ein.

Gittersee konnte kaum in den gegnerischen Strafraum eindringen und versuchte es daher mit Distanzschüssen. Diese waren aber im gesamten Spiel eine sichere Beute von Keeper Sebastian Rössel. Die 90er versuchten hingegen immer wieder mit Kombinationsspiel oder über Standardsituationen zum Erfolg zu kommen. Der gute, aber vielleicht etwas kleinlich pfeifende Schiedsrichter gab den Gästen dazu einige Möglichkeiten. Sah er doch auch die verstecktesten Fouls des Gegners. Aber die Standards waren meist zu ungenau und konnten durch die Gastgeber geklärt werden. Talke verzog 2 Schüsse nur knapp. Die größte Chance in Halbzeit 1 hatte Kramer. Er wurde halbrecht herrlich von Talke freigespielt und lief frei Richtung Strafraum. Noch bevor der Verteidiger ihn ganz stellen konnte, zog er, am Ende doch etwas überhastet, ab und schoss am Tor vorbei. So ging es nur mit einem 0:0 in die Pause, weil man die Feldvorteile nicht in Tore ummünzen konnte.In der 2. Halbzeit dann das gleiche Bild. Gittersee nur aus der Distanz gefährlich und setzte einen Schuss aus 20 Metern an die Querlatte.

Aber auch bei Talkes Distanzschüsse fehlte meist nicht viel. Dann hatte Kramer nochmal zwei Chancen auf das Tor des Tages. Aus spitzem Winkel, 6 Meter vor dem Tor, trifft er den Ball mit dem Vollspann und setzt ihn nur knapp über die Latte. Die größte Chance des Spiels blieb ihm auch vorbehalten. Nach einem Gewühl im Strafraum sprang der Ball plötzlich halbrechts zu ihm auf den Fuß. Doch anstatt die Kugel gleich direkt aus 7 Metern mit der Pike auf das Tor zu ziehen, legte er ihn sich nochmal mit dem Außenrist vor, so dass ein Verteidiger gerade noch beim folgenden Abschluss die Fußspitze dazwischen bringen konnte. Das hätte es in der 75. Minute sein können oder vielleicht sogar müssen, dass erlösende 1:0. So blieb es beim torlosen 0:0.Die Männer des VfB 90 Dresden holten beim ungeschlagenen Tabellenzweiten einen Punkt, der unterm Strich nach dem Spielverlauf eigentlich viel zu wenig ist. Aber man hat gezeigt was in der Truppe für Qualität und Moral steckt. Der Trend zeigt sehr deutlich nach oben. Wenn man dann noch die erspielten Torchancen konsequent nutzt, steht man nicht mehr lange am Ende der Tabelle. Das Mannschaftsgefüge findet und bildet sich immer stärker heraus und man kämpft füreinander. Das macht Hoffnung für die nächsten Aufgaben.

Das kommende Wochenende bietet einen sportlichen Doppelpack auf dem Sportplatz an der Leutewitzer Windmühle. Am Freitag, den 03.10., um 11:00 Uhr steht das Duell der „Trainingsnachbarn“ auf dem Programm. Da hat der VfB 90 Heimrecht gegen den Dresdner SSV. Und am Sonntag, 05.10., rollt das Leder bereits um 09:00 Uhr im „Nachholer“ vom 4. Spieltag gegen den Serkowitzer FSV.

Autor: Uwe Riese, 29.09.2014

5. Spieltag, 1.Stadtklasse Senioren, 27.09.2014

Erste Saisonniederlage – Torwart Müller Note 1 – Serie(n) gerissen

Mit dem SC Borea Dresden sahen sich die „Alten Herren“ des VfB 90 auf eignem Geläuf einem richtig schwerem Gegner gegenüber. Borea mit 2 Remis in erst 2 Spielen in diese Saison gestartet. In der letzten Saison konnte der VfB beide umkämpfte Spiele für sich entscheiden. Diese fanden jedoch eine Klasse tiefer und gegen Boreas 2. Mannschaft statt.

Der VfB konnte wieder auf Thomas Handschuh und Tom Teichert-Tölg zurückgreifen. Letzterer stand für Andreas Kramer in der Startelf. Das war auch die einzige Änderung zum letzten Spiel. Ansonsten bot Co-Trainer Mike Kabelka, der noch einmal den abwesenden Trainer Alexander Nicolaus vertrat, die gleiche Formation wie im beim Sieg gegen die SG Motor Dresden-Mitte (6:4) auf.

Das Spiel begann unspektakulär. Beide Mannschaften hatten Respekt voreinander und suchten erstmal Sicherheit ins eigene Spiel zu bringen und defensiv sicher zu stehen. So entwickelte die Partie nur wenige erwähnenswerte Torraumszenen in der ersten halben Stunde. Vor der Pause wurde es so langsam turbulenter und nahm zunehmend Tempo auf. Zunächst kam der Gast zu zwei, drei gefährlichen Torabschlüssen, die allesamt durch Keeper Michael Müller entschärft werden konnten. Diese Paraden waren schon ganz stark, aber der VfB Goalie hatte noch eine Steigerung in petto. Ein satter Distanzschuss wurde im Fünfmeterraum noch durch einen Abwehrspieler so abgefälscht, dass der Ball eigentlich schon so gut wie über Müller zum 0:1 hinweg zischte. Aber dieser packte einen Riesenreflex aus und lenkte den Ball gerade noch so über die Latte. Jetzt war der VfB am Zuge offensiv was anzubieten. Und tat dies dann auch. In der 37. Minute zog Stephan Leischner aus 19 Metern einfach mal mit Vollspann ab. Doch der Ball klatschte nur an die Latte. Der zurückspringende Ball sprang aus dem Gewühl heraus wieder auf dem Fuß von Leischner, aber er verzog aus 8 Metern nur ganz knapp. Bis zum Halbzeitpfiff hatten beide Mann-schaften weitere Torchancen, die von beiden starken Torhütern sicher „weggeplückt“ wurden. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Nach der Pause verzeichnete das Spiel die gleiche Intensität im Kampf um Ball und Räume. Doch so langsam gewann Borea immer mehr Oberhand im Ballbesitz und ließ das runde Leder sehr gut in ihren Reihen laufen. Die Leutewitzer mussten hohen läuferischen Aufwand betreiben um die Gäste weiterhin vom eigenen Tor wegzuhalten. Dies gelang auch durch die ständige Bereitschaft weite Wege zu gehen und sich immer wieder gegenseitig zu unterstützen. Der SC Borea leistete sich gar den Luxus viermal bis zur 70. Minute zu wechseln, ohne dass ein spürbarer Bruch im Spiel der Gäste zu verzeichnen war. Und diese körperliche Frische sollte am Ende auch zu einem gewissen Teil ausschlaggebend für ihren ersten (Auswärts)Sieg sein.

In der 70. Minute segelt eine Flanke von der rechten Seite durch den gesamten Strafraum an die Ecke des Fünfmeterraumes. Dort stand, im Rücken der Abwehr, ein Gästespieler völlig frei und „bedankte“ sich per Kopf mit dem 0:1. Diesmal war Müller gegen den Kopfball ins kurze Eck ohne jede Chance. Jetzt hieß es für die VfB`ler die Ärmel noch ein Stück höher zu krempeln und nochmal das Gaspedal in der Offensive finden. Doch noch ehe die Gastgeber überhaupt so richtig auf das 1:1 drängen konnten, stand es schon 0:2! Nach einer Ecke war wieder ein „Oranger“ per Kopf zur Stelle und sorgte für einen bitteren Doppelschlag innerhalb weniger gefühlten Sekunden (72.). Aber die Hausherren gaben sich noch nicht geschlagen. Man reagierte umgehend von der Bank und brachte mit Handschuh einen dritten Stürmer und löste die Position des Vorstoppers auf. Und dann war sie auch da, DIE Chance zum Anschluss. Eine Flanke vom rechten Strafraumeck flog über den Torwart hinweg, genau auf den Fuß von Stürmer Teichert-Tölg. Aber dieser konnte unter starker Bedrängnis den Ball aus 4 Metern nicht im Gästetor unterbringen. Knapp drüber. Die Leutewitzer versuchten weiter den Anschlusstreffer irgendwie zu erzwingen. Aber die Gäste standen sehr sicher in der Abwehr und setzten immer wieder Nadelstiche mit überfallartigen Angriffen über die Flügel. Einer dieser Angriffe, über die linke Seite vorgetragen, führte dann schließlich in der 85. Minute zum 0:3. Die nun weit aufgerückte und somit ungeordnete Abwehr konnte ein Zuspiel in den Strafraum auf den Stürmer nicht unterbinden. Und dieser hatte dann keine Mühe aus 8 Metern die Pille unten links einzuschieben. Das war natürlich die endgültige Entscheidung in diesem Spiel. Bis zum Abpfiff des sehr guten, unauffälligen Schiedsrichters Maximilian Grund passierte nichts mehr Aufregendes.

Die Senioren des VfB 90 verloren heute am Ende, gegen einen sportlich besseren Gegner, mit 0:3. Ohne jedoch kämpferisch oder spielerisch enttäuscht zu haben. Man konnte über weite Strecken der Partie das Spiel offen gestalten. Auch Dank einer starken Vorstellung von Keeper Müller, der sich heute die Bestnote verdiente. Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit blieb den Leutewitzern ein Torerfolg in einem Spiel versagt. Auch riss an diesem Spieltag die ungeschlagene Serie von Co-Trainer Kabelka an der Seitenlinie. Aber auch nach der ersten Saisonniederlage kann man beim VfB 90 Dresden weiterhin positiv nach vorne schauen. Hat man doch mit 7 Punkten (2/1/1) aus 4 Spielen einen guten Saisonstart in der neuen Liga hingelegt und steht bereits im Achtelfinale des Kreispokales gegen die SG Weixdorf am 31. Oktober.

Im nächsten Spiel geben die AH des VfB 90 beim Tabellenführer Grün/Weiß Coswig ihre Visitenkarte ab – Anpfiff ist am Freitag, 03.10.2014 um 11:00 Uhr.

Autor: A.Kramer, 28.09.2014

2. Spieltag, 1.Stadtklasse Senioren, 20.09.2014

Ein Spiel der Extremen – Langweile geht anders – ein Punktspiel dauert 157 Minuten

Der erste von zwei „Nachholern“ stand auf dem Tagesprogramm. Als Gast waren die Jungs von der SG Motor Dresden-Mitte angereist. Mit bisher nur einem Spiel (0:4) in der Saisonstatistik war die Stärke des Gegners überhaupt nicht einzuschätzen. Die Gastgeber hingegen mit einem Unentschieden in Heidenau (2:2) und einem Heimsieg gegen Hainsberg (3:2) in die neue Spielzeit gestartet.

Beim VfB 90 fehlte an diesem Spieltag reichlich Personal. Hendrik Behr und Tom Teichert-Tölg fehlten arbeits-, Thomas Handschuh und Heiko Menzel verletzungsbedingt. Letzterer fällt gar mit einer Meniskusverletzung voraussichtlich noch längere Zeit aus. Zu guter Letzt stand heute Co-Trainer Mike Kabelka alleine, ohne Chef-Coach Alexander Nicolaus, an der Seitenlinie. Aber unter dessen „Alleinregie“ hat die Truppe noch nie verloren – von daher ein gutes Omen!!??

Auch das Wetter zeigte sich beim warm up der Mannschaften von seiner sonnigen Seite. Pünktlich zum Anpfiff fielen dicke, fette Regentropfen die von Donnergrollen begleitet wurden. So wurde der Hinweis des Schiris notwendig, dass er das Spiel bei nahenden Blitzen sofort vorläufig unterbrechen wird.

Also ging es los: bei strömenden Regen und mit einem (Blitz)Tor in der 3. Minute! Eine schöne Flanke von der linken Außenbahn durch Daniel Ambrosius kann VfB Stürmer Enrico Saitenmacher, der sich zwischen beide Verteidiger geschoben hatte, seelenruhig aus der Luft runter nehmen und aus 13 Meter eiskalt unten links vollstrecken. Dem Führungstreffer folgen weitere Angriffe der Hausherren um ganz schnell das 2. Tor nach zu legen. Gestoppt wurde diese Unterfangen dann durch einen Pfiff des umsichtigen Schiedsrichters Markus Kunath in der 11. Minute. Das bedeutete nun erst mal Spielunterbrechung – am Ende für ganze 17 Minuten. Den Gästen konnte diese ungewollte Pause aber nur zu gefallen wissen. Kamen sie doch überhaupt noch nicht richtig ins Spiel und auch nicht in den gegnerischen Strafraum.

Als dann der Regen etwas weniger wurde und das Donnergrollen sich erst einmal verzogen hatte, ging es mit Fußball weiter. Und mit dem Ersten ernstzunehmenden Angriff von Motor Mitte, der gleich mit dem Ausgleich in der 16. Minute belohnt wurde. Ein strammer Schuss aus der 2. Reihe schlug über den machtlosen Goalie Michael Müller ein. Dessen erster Ballkontakt im Spiel war als damit verbunden, den Ball frustriert aus dem Netz zu holen. Nun versuchten die Leutewitzer ihrerseits wieder das Spielgeschehen an sich zu reißen und erzielten folgerichtig durch schönen Kombinationsfußball in der 21. Minute den erneuten Führungstreffer zum 2:1. Andreas Kramer schickte aus der Mitte heraus Bojidar Kirilov auf den linken Flügel, bekam den Ball vor der Strafraumgrenze wieder zurück auf den Fuß und konnte dann durch einen direkten Querpass den mitgelaufenen Daniel Nüsse freispielen. Dieser nahm den Ball mit seiner hervorragenden Technik Dropkick und knallte das Leder unhaltbar halbhoch in den rechten Winkel. Die VfB`ler blieben nun weiter am Drücker und erhöhten nur 7 Minuten später auf 3:1. Im zentralen Mittelfeld erkämpften sich Stephan Leischner und Andreas Kramer im Duett das runde Leder. Kramer schiebt anschließend den Ball auf den wieder einmal freien Daniel Nüsse, der sich diesmal auf dem rechten Flügel von seinen Bewachern abgesetzt hatte. „Nuss“ bedient Saitenmacher im Zentrum mit einer präzisen, butterweichen Flanke. Der Kapitän nimmt den Ball volley und haut den Knallbonbon unter die Latte ins Tor. Ein Tor schöner wie das andere. Aber die Freude über diese „zweitore“ Führung währte nur ganz kurz. Im Gegenzug verkürzten die „Motoren“ auf 2:3. Ein Abspielfehler im Aufbau durch Uwe Riese wurde sofort bestraft.

Ein trockener Schuss zischt wieder unhaltbar über Torwart Müller hinweg ins Tor. Plötzlich waren die Gäste im Vorwärtsgang und suchten ihre Möglichkeiten im Angriffsspiel. Und wurden in der 33. Minute ganz schnell mit dem Ausgleich zum 3:3 dafür belohnt. Wieder eine Fehlerkette im Abwehrverbund der Gastgeber wurde eiskalt genutzt – natürlich mit einem Weitschuss – natürlich unhaltbar. Unfassbar wie schnell man diese Führung wieder her geschenkt hatte. So ging es mit einem Unentschieden zur Halbzeit in die Kabinen um sich erst einmal trocken zu rubbeln. Nur der starke Regen gönnte sich keine Pause!

Die Gäste mussten verletzungsbedingt den Keeper austauschen. Wie sich im Verlauf der 2. Halbzeit herausstellte, war es keineswegs eine Schwächung. Das Spiel wurde immer umkämpfter und der Platz immer weicher. Der VfB versuchte auf den erneuten Führungstreffer zu drängen, musste aber höllisch aufpassen nicht in Rückstand zu geraten. Die Defensive wackelte an diesem Tag ein ums andere mal bedenklich. Aber der hohe Aufwand wurde in der 53. Minute mit dem 4:3 belohnt. Renè Langner bekommt im Strafraum den Ball zu Saitenmacher durch gespielt. Dieser setzt seinen Körper geschickt gegen 3 Gegenspieler ein, tänzelt sie aus, vernascht noch den 4 Gegner und schiebt dann links unten gekonnt in aller Ruhe ein. Wer nun dachte dass die Leutewitzer auf der Siegerstraße sind und das Ding nun in Ruhe runter spielen können, sah sich getäuscht. Plötzlich stand es 4:4 (67. Minute).

Ein wiederum vermeidbarer Abwehrfehler bescherte das unglaubliche 4. Gegentor in diesem Spiel. Nun war das Spiel völlig zerfahren – vor allem von Seiten der Gastgeber. Aber es gab ja noch den Mittelfeldantreiber und Kreativkopf Nüsse, den Regen und das drohende Unwetter. War ja anscheinend noch nicht spannend genug an diesem Tag. In der 87. Minute zog dann Nüsse zentral auf Höhe der Strafraumlinie mal wieder entschlossen ab und alle hatten den Torschrei schon auf den Lippen.

Ein Abwehrspieler lief mit letzter Konsequenz noch in die Flugbahn des Schusses, konnte aber den Ball nur noch durch ein unabsichtliches, aber irreguläres Handspiel am überqueren der Torlinie hintern. Ein Pfiff des Unparteiischen bedeutete für den Handsünder Platzverweis und für die 90er Elfmeter. Da war sie wieder! Die ewige Diskussion über Doppel- bzw. Dreifachbestrafung für ein einziges Vergehen. Ausschluss vom Spiel, eine Sperre und den Elfmeter. Sportlich fair verließ der „Sünder“ umgehend und ohne Protest das Spielfeld. Sicher hätte sich auch keiner der Gastgeber beschwert, wenn der Schiri in Anbetracht der doch am Ende etwas unglücklichen Abwehraktion nur Gelb gezeigt hätte.

Schließlich wurde auch keiner durch ein brutales Foul verletzt und eine wirkliche vorsätzliche Absicht das Tor mit der Hand zu verhindern war auch nicht erkennbar. Aber der Referee hat lauf Reglement keine andere Wahl bei Verhinderung einer klaren Torchance und tat daher das für ihn einzig Richtige. Dann wurde nochmal so richtig Spannung aufgebaut. Daniel Nüsse hatte sich schon den Ball am Elfmeterpunkt zurechtgelegt als Schiri Kunath wiederholt in seine Pfeife blies. Er sah sich, auf Grund der herannahenden Blitze, begleitet von Donner, genötigt die Partie erneut zu unterbrechen. Und das 3 Minuten vor Ultimo und auch noch vor Ausführung des fälligen Handstrafstoßes – es gibt schönere Momente im Fußballerleben!

Also Unterbrechung die Zweite war angesagt. Immer im ungewissen ob und wann das Spiel wieder angepfiffen werden kann. Es dauerte ganz 33 (!!) Minuten eher das Spiel wieder freigegeben werden konnte. Dass Dresden-Mitte natürlich gerne das Spiel, in Unterzahl und Elfer gegen sich, nicht wieder angepfiffen gehabt hätte, versteht sich aus deren Sicht von alleine. Aber weiter ging es in diesem außergewöhnlichen Spiel. Und auch die Unterbrechung konnte der Konzentrationsfähigkeit von Nüsse nichts anhaben. Er verlud den Keeper und verwandelte ganz sicher zur erneuten Führung. Nun hieß es, die letzten 4-5 Minuten, in Überzahl den Sieg mit nassem, aber kühlem Kopf ins Trockene zu bringen. Aber der VfB ließ sich jetzt nicht noch einmal in Bedrängnis bringen. Nach einem Pressschlag im Mittelfeld geht Leischner alleine auf und davon, lässt 2 Gegenspieler einfach stehen und schließt entschlossen unten rechts zum 6:4 ab. Das war es dann…

In einem nicht alltäglichen Spiel, welches am Ende 157 Minuten dauerte, siegten die Gastgeber letztendlich glücklich mit 6:4. Die Zuschauer sahen viele und vor allem sehr schöne Tore auf beiden Seiten. Die Gäste verlangten an diesem Tag den 90ern vieles ab. Die Defensivarbeit war heute das Sorgenkind im Spiel der Leutewitzer und kostete viel Nerven und Kraft.

Aber als intakte Mannschaft hat man aber alle Fehler und Unzulänglichkeiten immer wieder gemeinsam korrigiert und um den Sieg entschlossen bis zuletzt gefightet. Dank einer überragenden Offensive um dem 3fachen Torschützen Enrico Saitenmacher und Doppeltorschützen Daniel Nüsse steht unterm Strich der 2. Punktspielsieg im 3. Saisonspiel.

Im nächsten Spiel haben die AH des VfB 90 den SC Borea Dresden zu Gast – Anpfiff ist am Samstag, 27.09.2014, bereits um 10:15 Uhr.

Autor: A. Kramer, 22.09.2014

3. Spieltag, 1. Stadtklasse Senioren, 31.08.2014

VfB 90 holt ersten Punkt in der neuen Spielklasse

Endlich war es soweit – die Punktspielsaison hat begonnen! Auf Grund von Neuterminierungen der Spieltage 1 und 2, durften die „Alten Herren“ erst mit dem 3. Spieltag in die neue Saison starten.
Man musste aber leider mit einer dünnen Personaldecke zum Auswärtsspiel nach Heidenau reisen. 2 verletzte Spieler und 4 weitere Ausfälle, durch urlaubs- und arbeitsbedingte Abwesenheit, sorgten für viel Platz auf der Auswechselbank. Gerade einmal 2 Wechselspieler standen Trainer Alexander Nicolaus zur Verfügung. Und das ausgerechnet in einem Spiel auf einem der größten Kunstrasenplätze.
Aber nichtdestotrotz fuhr man, als erster Aufsteiger und mit dem Pokalsieg gegen Hainsberg im Rücken, mit breiter Brust nach Heidenau um hier etwas an Punkten mitzunehmen.

Das Spiel begann auch mit einem sauberen Blitzstart der Gäste. Gerade einmal 2 Minuten waren gespielt, als Daniel Nüsse einen Angriff über die linke Angriffsseite mit einem Pass auf Andreas Kramer einleitete, dessen scharfe Flanke landete bei Stürmer Enrico Saitenmacher. Dieser nahm den Ball im Strafraum schön mit der Brust herunter und legte sich diesen selber in den Lauf. Sein Gegenspieler konnte ihn nur noch mit einem „Trikotzieher“ am platzierten Torschuss hindern und so zog diese Aktion einen berechtigten Elfmeterpfiff des Schiedsrichters nach sich. Daniel Nüsse netzte den Ball ganz sicher in seiner gewohnten ruhigen, routinierten Art ein. Es stand 0:1 nach nur 3 gespielten Minuten für die VfB`ler. Nun versuchten die Hausherren ihrerseits ins Spiel zu finden und versuchten den Ausgleich zu erzielen. Dafür nutzen sie ausgiebig die ganze breite des Platzes für ihre schnellen Seitenwechsel um zum Erfolg zu kommen. Das immerwährende Verschieben und die ständigen Positionswechsel stellten den Defensivverbund der Leutewitzer vor einige Aufgaben und Abstimmungsprobleme.

Aber die Abspiele und Flanken in und um den Sechzehner waren entweder zu unplatziert oder konnten durch die Abwehr entschärft werden, so dass die Heidenauer zu keiner großen Torchance kamen. Die Gäste lauerten ihrerseits auf Konter und versuchten mit Distanzschüssen von Stephan Leischner und Daniel Nüsse, die ganz knapp am Tor vorbeigingen, zum Erfolg zu kommen. Auch durch zeitiges Anrennen der gegnerischen Abwehr wollte man Pressingsituationen erwirken. Diese führten auch zu einigen Ballgewinnen und Chancen. Aber vor allem 2 ausbleibende Elfmeterpfiffe erregten die Gemüter der in „Magenta“ spielenden 90iger. Erst war es ein klares Foul in die Beine von Daniel Nüsse, der durchgebrochen war, und nur kurze Zeit später ein identisches an Stephan Leischner. Aber das Spiel ging weiter. So auch das Pressing. Und genau solch eine Aktion führte dann zum 0:2 in der 36. Minute. Heiko Menzel sprintete im Rücken eines Abwehrspielers, störte ihm am rechten Strafraumeck sofort bei der Ballannahme, nahm dem Ball elegant mit und vollstreckte eiskalt in die lange Ecke. Was folgte waren weitere spielerisch vorgetragene Angriffe der Heidenauer, die aber mit Mühe, Geschick und etwas Glück gut verteidigt wurden. Mit einer 2:0 Führung ging es dann nicht unverdient in die Kabinen.

In Halbzeit 2 dann das gleiche Bild. Heidenau versuchte weiterhin spielerisch zum Torerfolg zu kommen und ließen den Gegner schön kraftaufwendig laufen. Der VfB, nun mittlerweile nur noch auf Konter lauernd, konnte sich nur noch selten in Szene setzen. Hatte aber mehrere vielversprechende Überzahlsituationen um das vorentscheidende 0:3 zu markieren. Diese wurden aber teilweise schlecht und überhastet abgeschlossen. Renè Langer hatte aber dann DIE Chance. Er tauchte plötzlich alleine vor dem Torwart der Heidenauer auf, konnte den Ball klasse ihm vorbeispitzeln, leider aber auch knapp am Tor. Die Gastgeber hatten mittlerweile 3mal gewechselt, so dass sie weiterhin das Tempo auf diesem großen Platz gehen konnten. Die Gäste hingegen wurden langsam etwas müder und konnten so nicht mehr den gewünschten Gegendruck beim Spielaufbau des Gegners entwickeln und es schlichen sich zunehmend Flüchtigkeitsfehler im Passspiel ein. Die erste so richtig dicke Torchance folgte dann auch sofort. Einen satten Schuss auf 18 Metern konnte Keeper Michael Müller mit einer tollen Parade in Minute 75 zur Ecke klären. Doch nur kurz darauf war er ohne jede Chance.

Den Hausherren gelang, dann aus ihrer Sicht, endlich der Anschlusstreffer zum 1:2 in der 78. Minute. Aus Sicht des VfB war das Tor aus einer leichten Abseitsposition erzielt wurden, was auch dem Schiri verbal mitgeteilt wurde. Aber dieser sah den eingewechselten Torschützen auf gleicher Höhe mit Rolf Eichhorn und entschied auf Tor! Nun begann der Heidenauer SV nochmal Druck aufzubauen und den VfB`lern gelang es nun immer weniger sich nochmal entscheidend davon zu befreien. Nun machte sich also dann doch noch die dünne Personaldecke kräftemäßig bemerkbar. Und so passierte es dann doch noch. Der Ausgleich fiel spät, aber er fiel. In der 90. Minute!! Und ausgerechnet wiederum durch einen eingewechselten Spieler. Die letzte Ecke des Spieles segelte in den Strafraum und keiner der Gästespieler konnte den Ball entscheidend aus der Gefahrenzone befördern. Und so sprang der Ball von Thomas Handschuh`s Knie genau vor die Füße eines Gegenspielers, der den Ball dann irgendwie aus 1,32 Meter über die Linie drückte.

Ganz bitter so spät den Ausgleich zu kassieren. Aber die Gastgeber konnten halt nochmal von der Bank nachlegen. Was ihnen dann doch noch, auf Grund der Intensität des Spieles, unterm Strich das Unentschieden einbrachte. Und wiedermal hatte auch die alte Fussballweisheit zugeschlagen: „Wer die Dinger vorne nicht macht…“. Viel hatte also nicht gefehlt, zum ersten Dreier der Saison. Der ersten Enttäuschung wich dann schnell die Zuversicht auf den weiteren Saisonverlauf. Schließlich hatte man ein gutes erstes Spiel in der neuen Liga abgeliefert. Und so wurde in der Kabine auf den ersten Punkt und den neuen (alten) Kapitän Enrico Saitenmacher mit einem Pils angestoßen.

Autor: Uwe Riese, 02.09.2014